Wir erhalten regelmäßig Rückmeldungen zu unseren Beiträgen:

„Die Informationen reichen nicht aus.“

„Man muss ja doch noch in die Quelle schauen.“

Unsere erste Reaktion darauf lautet meist: Ja.
Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt.

Eine gute Zusammenfassung soll Orientierung geben. Sie kann jedoch nicht jede Detailfrage beantworten, ohne dabei ihre eigentliche Stärke zu verlieren: die Konzentration auf das Wesentliche.

 

Der Wunsch nach dem Unmöglichen

Viele wünschen sich Informationen, die gleichzeitig

  • vollständig,
  • kompakt,
  • leicht verständlich,
  • rechtssicher und
  • in wenigen Minuten lesbar

sind.

Die schlechte Nachricht: Das funktioniert nicht.

Denn Vollständigkeit und Kürze stehen häufig in direktem Widerspruch zueinander.

Wenn wir jede Änderung einer Rechtsvorschrift vollständig erläutern würden, müssten wir Definitionen, Ausnahmen, Verweise auf andere Vorschriften, Übergangsregelungen und Sonderfälle mit aufnehmen.

Kurz gesagt:

Wir müssten die Vorschrift praktisch neu schreiben. Nur länger.

 

Ein Rechtskataster ist kein Gesetzeskommentar

Die Aufgabe eines Rechtskatasters besteht nicht darin, Gesetze zu ersetzen.

Es soll Transparenz schaffen:

  • Welche Vorschriften sind relevant?
  • Welche Änderungen gibt es?
  • Wer sollte sich damit beschäftigen?
  • Wo könnte Handlungsbedarf entstehen?

Wer erwartet, dass jede Rechtsänderung vollständig erklärt wird, erwartet letztlich einen Gesetzeskommentar. Das mag für einzelne Fragestellungen sinnvoll sein. Für die laufende Information von Unternehmen wäre es jedoch weder praktikabel noch hilfreich.

Denn die eigentliche Herausforderung besteht heute nicht darin, zu wenige Informationen zu haben. Die Herausforderung besteht darin, die relevanten Informationen in der Masse überhaupt noch zu erkennen.

 

Die wichtigere Frage lautet nicht: Was steht im Beitrag?

Sondern: Wer bekommt ihn?

Aus unserer Erfahrung scheitern Rechtskataster deutlich häufiger an falschen Zuständigkeiten als an fehlenden Informationen.

Wenn jeder alles erhält, liest am Ende niemand mehr etwas.

Wenn Verantwortlichkeiten unklar sind, werden Informationen übersehen.

Wenn Personen mit Vorschriften verknüpft werden, die nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehören, entsteht Frust statt Mehrwert.

Ein funktionierendes Rechtskataster lebt deshalb nicht nur von guten Inhalten, sondern vor allem von einer sauberen Zuordnung von Verantwortlichkeiten.

Die richtige Information muss zur richtigen Person gelangen. Nicht jede Information zu jeder Person.

 

Wir schreiben nicht für Einsteiger

Ein weiterer Punkt wird häufig vergessen. Unsere Informationsbeiträge richten sich an Führungskräfte, Fachverantwortliche und Experten.

Wir schreiben nicht für Personen, die erstmals mit einem Thema in Berührung kommen.

Wer für Umweltrecht verantwortlich ist, bringt Fachwissen mit.

Wer Arbeitsschutzaufgaben übernimmt, kennt die grundlegenden Anforderungen seines Fachgebiets.

Wer Compliance-Verantwortung trägt, muss rechtliche Anforderungen bewerten können.

Von diesem Wissensstand gehen wir bewusst aus. Und genau deshalb konzentrieren wir uns auf das, was neu, relevant oder besonders wichtig ist.

 

Die Quelle bleibt unverzichtbar

Selbst die beste Zusammenfassung kann die Originalquelle nicht ersetzen. Und das sollte sie auch nicht.

Denn am Ende entscheidet nicht unsere Zusammenfassung darüber, was gilt.

Es gilt die Vorschrift.

Wer beurteilen muss, ob eine Anforderung das eigene Unternehmen betrifft, wird bei wichtigen Themen immer einen Blick in die Quelle werfen müssen.

Nicht weil die Zusammenfassung schlecht ist, sondern weil Recht komplex ist.

 

Vielleicht messen wir die Qualität einer Information am falschen Maßstab

Oft wird gefragt: „Enthält der Beitrag alle Informationen?“

Vielleicht sollte die Frage eher lauten: „Hilft der Beitrag mir zu erkennen, ob ich handeln muss?“

Wenn eine Information eine Rechtsänderung sichtbar macht, die relevanten Auswirkungen beschreibt und den Weg zur Quelle aufzeigt, dann erfüllt sie ihren Zweck.

Denn das Ziel ist nicht, Gesetze neu zu formulieren.

Das Ziel ist Orientierung.

Und in einer Welt, in der die Menge an Vorschriften ständig wächst, ist Orientierung oft wertvoller als noch mehr Text.